Bogenbau
Um
mich nicht endlos zu blamieren habe ich den Teil, bei dem der Baum
gefällt wurde, und mir auf das Autodach gefallen ist einfach
einmal übersprungen.
Ich
habe übrigens überhaupt keine Ahnung vom Bogenbau und kann
hier auch nur beschreiben, wie man es am Besten nicht macht.
Zu
aller erst: Die Axt wie hie auf dem Bild ist definitiv zu klein, um
eine Esche mit 18cm Durchmesser zu fällen.
-
So wurde ich auch gleich vom Förster ausgelacht, als er meine
Werkzeuge sah -
Also:
Eine Esche finden ( bei mir Kottenforst Buschhoven ) die halbwegs
gerade ist, keine Äste, und keine Augen hat ein 2m Stück
abhacken, und ab ins Auto.
Wenn die Axt auch nicht ausreicht um
den Baum in einer akzeptablen Zeit zu fällen, so ist sie
zusammen mit einem 3kg Hammer aber ideal um ihn zu halbieren bzw zu
vierteilen.
Ich
habe hierzu die Axt mittig in das dickere Ende geschlagen, und mit
dem Hammer bis zum Ende durchgetrieben.
Ich muss sagen, daß
das weit einfacher ging als ich erwartet hätte.
Es sollte
sich zeigen, daß sich schwierige und einfache Arbeitsschritte
permanent abwechseln.
Um
zu vermeiden, daß das Holz am Ende wieder zusammenklappt, und
ich evtl. den Stamm aus versehen mit dem Hammer bearbeite habe ich in
das offene Ende Holzkeile geklemmt. Diesen Teil des Schaffens empfand
ich selbst als sehr motivierend, da es sehr einfach von der Hand
geht, und man fast nix falsch machen kann. Ich musste allerdings beim
vierteilen die Axt einmal neu ansetzen, da sie sonst zu schräg
gelaufen wäre.
Ich habe übrigens den Stamm auf ca. 2,5m
abgeschlagen, da der Baum eine sehr interessante doppel „S“
Form hatte. Ich habe mir vorgenommen diese Biegung von der Mitte nach
außen weglaufend jeweils als zusätzliche Federwirkung
einzusetzen.
- Mal sehen, was daraus wird -
Der
3kg Hammer hatte mich übrigens schon vor langer Zeit in meinen
Theorien um Formeln für die Waffennutzung bei Rollenspielen
bestätigt. Erstaunlicher Weise redet der typische Rollenspieler
vom „Waffenschaden“.
Scheinbar in der Annahme, das
die Waffe selbst irgendeinen Schaden anrichten könnte. So
verdrängt da so mancher physikalische Grundlagen, und glaubt mit
der Größe der Waffe steige dann auch proportional der
dazugehörende Schaden. Leute glaubt mir: Je größer
die Waffe desto größer ist bestenfalls der Schaden am
eigenen Körper.
Wer schon einmal mit einem 3kg Hammer oder
mit einem 5kg Hammer auf einen Gegenstand eingedroschen hat, der
nicht einmal Widerstand leistet dürfte spätestens gemerkt
haben, dass das reichlich an die Substanz geht.
Konkret hatte ich
einmal im Hochsommer eine Einschlaghülse in den Boden rammen
müssen, und lag irgendwann nach dem 3. oder 4. Schlag regungslos
im Gras.
In
den diversen Anleitungen zum Bogenbau, die man so im Internet findet
wird darauf hingewiesen, dass man beim Abziehen der Rinde mit
höchster Vorsicht ans Werk gehen muss, da sonst der äußerste
Jahresring verletzt wird.
Tatsächlich
sitzt die Rinde bombenfest. Trotz ausdrücklicher Warnungen hatte
ich an einigen Stellen den Stechbeitel ins Holz gerammt. Ich wüsste
allerdings nicht wie ich es beim nächsten Mal besser machen
sollte. Evtl. werde ich versuchen die Rinde mit dem Hobel runter zu
kratzen .
Heilig's
Blechle! Das hat fett Sauerei im Keller gegeben. Aber es kommt später
noch wesentlich schlimmer.
Viel Später
Viel Schlimmer
Nu
muss das Ganze erst einmal trocknen...
...im schönen Mai
geht's weiter.
Zwischenzeitlich
hatte ich so den ein oder anderen Versuch gestartet: -
- Recht
erfolgreich war ein Bogen aus einem alten Zollstock -
- Innerhalb
von 5 Minuten gebaut -
Ein wenig erkennt man hier schon die angesprochene doppel-S-Form. Nun muss man nur noch die Ecken weghobeln und schon ist fettisch :)
Leider
wachsen Bäume nicht immer ganz so, wie man das gerne hätte...
...ich hatte an dieser Stelle einen Faden von Anfang nach Ende gespannt, um grob eine gerade Linie einzeichnen zu können.
Insgesammt
ist das Teil ca 210cm lang.
So hatte ich 30cm für den starren Teil ( Griff ) eingeplant,
Und den Rest in einer Art Parabelform zulaufen lassen.
Was auf dem Papier noch so einfach aussah erweist sich als üble Axterei, und sieht nach allem Möglichen aus, nur nicht nach einem Bogen.
Mit viel Geduld und Spucke, und grausamen Schmerzen im Unterarm wird so langsam das was es werden soll erkennbar.
Das ist dann das erste Erfolgserlebnis nach langer harter Arbeit.
Bis hier ist noch nicht ansatzweise sicher, ob der Bogen später zu überhaupt irgendetwas taugt.
Ein
Bogen ergibt ca einen 0,5m3 Hobelspäne.
Wenn man das im Garten oder vor der Haustür macht sollte man darauf achten, dass nicht zu viel Wind geht, sonst bekommt man's mit den Nachbarn zu tun.
Auch wenn ich eigentlich keine Werbung machen wollte muss ich hier den einzig brauchbaren Tip geben: Eine brauchbare Auswahl an Minihobeln gibt's bei OBI . Ich habe alle Baumärkte in der Umgebung abgeklappert, und bin nur hier Fündig geworden.
Ein Wenig Zeit muss man sich nochmals extra für den Griff nehmen. Da der Hobel nur recht grob arbeitet musste hier die Holzraspel und die Pfeile ran.
Ich
hatte den Bogen übrigens mit Klarlack lackiert, da ich Öle
an der Haut nicht vertrage. Lack ist zwar wohl verpöhnt, aber
daruf pfeiff ich gerne, wenn ich die Lebensdauer so erhöhen
kann.
Die
Sehene habe ich aus Hanfkordel gewickelt, und über die Enden
Schrumpfschlauch gezogen, damit sie an dem Holz nicht abwetzen.
Bislang
habe ich leider noch keinen brauchbaren Pfeil zu stande bekommen,
daher kann ich leider nicht viel über meine Erfolge berichten.
Ich werde aber wohl zur Not einfach ein paar Pfeile fertig zukaufen, und dann weiter berichten.
Ich
finde er sieht echt kühl aus ...
...ein paar Bilder im
gespannten Zustand werden noch folgen.